Im obigen Bild ist mein neues, selbst gebautes Nest für meine Ameisen zu sehen. Es ist ein Rundnest mit Befeuchtungsrohr in der Mitte. Im Folgenden möchte ich Euch zeigen wie das Nest konstruiert ist.
Probleme beim Rundnest sind die Befeuchtung des Bodens und die fehlende Einsicht in das Zentrum. Ich habe mir für diese beiden Probleme folgendes überlegt:
Die Befeuchtung soll durch ein (fast) Leerrohr in der Mitte des Zylinders erfolgen, welches die Ameisen nicht begraben können. Das Wasser wird vom Grund her angesaugt und zieht sich langsam in die oberen Schichten.
 
Um die Ameisen an die Außenwand zu "pferchen" soll ein Hinderniss in der Mitte des Formicariums platziert werden. Der Kern des Nests soll aus einem weiteren Zylinder (aus Gips und einem Hohlraum) bestehen. Alles soll so geplant werden das die Ameisen >2cm Platz haben um Gänge und Höhlen anzulegen. Da meine Königin etwa 1cm größ ist, muss genug Platz vorhanden sein damit sie sich drehen und wenden kann.
Den Rundzylinder habe ich mir bestellt. Es handelt sich um einen Acrylglas-Zylinder mit fünf Öffnungen. Vier Öffnungen für die Ameisen und eine Öffnung für die Befüllung und Belüftung. Der Kreisdurchmesser beträgt 10cm und die Höhe beträgt 20cm.
Genau genommen handelt es sich um den Acryl Ant Zylinder 10x20cm
Mir wurde zwar zuerst ein 10x10cm Zylinder zugeschickt, aber habe dann doch noch den richtigen bekommen.
Sollte ein Schritt in der Anleitung unklar erscheinen so schaut euch auch die restlichen Schritte an. Manche Schritte ergeben erst wirklich Sinn wenn man später sieht wofür sie gut sind.
 
Nun zum Bau des inneren Zylinders!
Um einen Abstand von der Außenwand des Formicariums zum Kern-Zylinder von 2cm zu erreichen, brauchen wir einen Behälter mit etwa 6cm Durchmesser. Der Acryl-Zylinder hat einen Radius von 5cm.
Der Radius eines Wurstglases hat etwa 3cm. Es bleibt also ein 2cm dicker Abstand der später mit Sand befüllt werden kann.
Das Wurstglas wird später mit Gips befüllt und ergibt den Kern des Formicariums.
Da der innere Zylinder, für eine spätere Bewässerung, nicht komplett undurchlässig sein darf, braucht man ein Rohr mit einem Radius kleiner als das des Wurstglases. Durch dieses Rohr gelangt später das Wasser an den Boden des Formicariums.
Das Rohr habe ich an einer Öffnung abgeklebt damit die Gipsmasse beim Befüllen nicht in das Rohr laufen kann. Anschließend habe ich das Rohr beschwert (mit Besteck) damit es nicht in der Gips-Masse nach oben schwimmt.
 
Die beiden oberen Eingänge des Acryl-Formicariums befinden sich etwa 15cm über dem Boden. Der innere Zylinder sollte nicht zu hoch sein und deshalb habe ich eine Markierung bei 13cm angelegt. Bis dorthin wird gleich der Gips eingefüllt. Die Rundfarm selber ist 20cm hoch und die Ameisen brauchen Platz um die gegrabene Erde abzulegen. Ein wenig Platz nach oben ist also sicherlich nicht verkehrt!
 
Als nächstes habe ich den Gips angemischt und der Gips-Mischung ein wenig Granulat beigefügt. Das Granulat ermöglicht es dem Zylinder zusätzliches Wasser zu speichern.
Die Gips-Mischung wurde in das Glas eingefüllt (nicht bis zum Strich!). Anschließend wurde das beschwerte und zugeklebte Leerrohr in der Mitte des Glases platziert. Der Gips verteilt sich nun gleichmäßig um das Rohr. Das Rohr wurde zusätzlich fixiert.
 
 
Den Gips habe ich über Nacht aushärten lassen.
Im nächsten Schritt habe ich das Glas in einem Handtuch zertrümmert. Die Scherben lassen sich sehr leicht vom Gips entfernen. Das zugeklebte Loch des Rohres habe ich wieder frei gemacht.
 
Um das Rohr zu verschließen, aber dennoch wasserdurchlässig zu lassen, habe ich einen Schwamm passend zum Rohr geschnitten. Die Teile versperren später den Boden und den oberen Teil des Rohres.
Um den Ameisen eine kleine Starthilfe zu geben habe ich mit einer Pfeile eine Rille in den Gips gepfeilt. Am Boden des Gips-Kerns habe ich kleine Wasserablaufrinnen gepfeilt. Den überschüssigen Teil des Rohres habe ich auf 15cm gekürzt.
 
Den Sand für meine Ameisen habe ich ebenfalls bestellt. Er ist farbig und liegt in einer 1:1 Sand/Lehm-Mischung vor. Zusätzlich habe ich normalen Sand. Verwendet habe ich insgesamt 500g der Sand/Lehm-Mischung und 500g des normalen Sandes. Da der eine Teil 1:1 ist und der Sand rein ist ergibt das eine perfekte 3:1 Mischung. Die Ameisen haben später also 750g Sand und 250g Lehm zur Verfügung.
Die beiden unteren Öffnungen habe ich mit dem Rest des Schwammes verschlossen. Anschließend habe ich eine dünne Schicht mit Granulat eingefüllt. Auf dieser Schicht wurde der Zylinder aus Gips platziert. Ein Trichter ist schnell aus einem Blatt Papier gebaut. An der gepfeilten Rille habe ich einen Strohhalm platziert. Dieser wird nach dem erstmaligen Befeuchten entfernt hinterlässt einen ersten Gang für die Ameisen.
 
Ich hab zuerst überlegt eine Helixstruktur mit dem Sand zu bilden, also eine Spirale auf einer Spirale. Dafür müssen aber alle Farben gleichzeitig eingefüllt werden und alle mit dem gleichen Druck und der Befüller muss das Glas perfekt gleichmäßig drehen :-)
Ich habe mich dann für die Wellenvairante entschieden wie man hier sehen kann:
 
Das Innere des Rohres habe ich mit kleinen Steinchen und Granulat befüllt. Etwas weiter oben habe ich den zweiten Schwammverschluss angebracht. Auf dem Schwammverschluss kam dann wieder eine kleine Schicht mit Steinchen. Nun habe ich Wasser in das Rohr gegeben.
 
Es funktioniert!!! Besser als erwartet! Das Wasser fließt langsam und vorallem stetig nach unten. Dort angekommen verteilt es sich durch das Granulat in alle Richtungen. Der Zylinder aus Gips nimmt ebenfalls etwas Wasser auf. Das Nest wird also von unten her und ein wenig von der Mitte her befeuchtet.
Cool!
Das Röhrchen kann nun entfernt werden. Auf dem Sand habe ich noch ein paar kleine Steinchen verteilt und zum Schluss den luftdurchlässigen Deckel drauf gesetzt.
Nun ist das Rundnest für meine Ameisen anschluss- und wohnbereit!