Kommentare zu den politischen Themen vom 23.01.2013

Verfasst von Stephan Schielke

Veröffentlicht am 24.01.2013

TOP-Thema: Camerons Europa-Rede

Cameron möchte also Europa reformieren. Am Ende stimmen die Briten dann darüber ab, ob sie in der EU bleiben wollen oder nicht. Was denn jetzt? Cameron redet ständig von dem nationalen Interesse Englands. Als EU-Mitglied muss man aber auch an alle anderen EU-Mitglieder denken und am Ende entscheidet sogar noch die Mehrheit! Cameron ärgert sich darüber, dass vieles von der EU geregelt wird und nicht von den Einzelnationen. So ist das nun einmal in einer Gemeinschaft - man kann sich nicht nur die Besten Sachen herauspicken. Der “Cherry Picking”- Kommentar von Westerwelle ist absolut passend.
Irgendwie war England aber schon immer so. Schon zur Zeit der Industrialisierung, des Imperialismus, der Vorkriegs- und Nachkriegszeit. England möchte gerne über das europäische Festland bestimmen und es in Schach halten, nicht aber ein Teil davon sein. Am liebsten sehen sie sich als den Bruder auf Augenhöhe der USA. Sind nicht bald Wahlen in England?

Ich bin auch kein Freund des von oben regiert werden. Mir missfällt so manche EU-Entscheidung auch. Ein Teil der eigenen Staats-Souveränität geht verloren. Anstatt sich aber wieder in einzelne Staaten aufzubröseln, halte ich es für sinnvoll die andere Richtung zu gehen und irgendwann einmal ein vereintes Europa zustande bekommen in dem alle Kulturen respektiert werden.

Platz 2: Schnick-Schnack-FDP-Brüderle

Sexismus Vorwurf einer Stern-Reporterin gegenüber Brüderle. Das Thema ist schwierig einzuordnen. Bisher wurde nur extrem einseitig berichtet. Ich kenne nur die Artikel aus Sicht der Reporterin. Solche Anschuldigungen sollte man privat klären und öffentlich über Sexismus aufklären. Der Mann steht jedoch momentan mitten auf der politischen Bühne und ist nun gezwungen, sich zu rechtfertigen.

Platz 3: Schavans Dissertation wird genauer unter die Lupe genommen

Ich verstehe den Aufruhr nicht. Die Uni Düsseldorf geht also in die nächste Phase des Plagiatverfahrens; etwas anderes bleibt ihr auch kaum übrig. Eigentlich muss ja nur überprüft werden ob Schavan wissentlich so schlampig gearbeitet hat oder nicht. Wer sich die Doktorarbeit auf schavanplag anschaut kann nur den Kopf schütteln bei solch’ offensichtlichen Plagiaten. Abwarten.

Platz 4: Netanyahus Schlappe bei der Israelwahl

Was mich am meisten gestört hat bei der Berichterstattung: Es gab nicht EIN einziges Diagramm. Bei jeder popeligen Wahl bei uns wird sogar für 3 Parteien mit 40 verschiedenen sinnvollen und weniger sinnvollen Diagrammen um sich geworfen. Bei einer Wahl mit einem Dutzend Parteien, welche in das Parlament ziehen, aber waren die DPA-Abschreiber wohl zu faul oder unfähig. Um in das Parlament zu kommen, bedarf es 0,5% der Zustimmung in der Bevölkerung und keine 5% wie bei uns.

Zum Thema: Das Patt ist gut für die Situation dort. Vielleicht kommt sogar eine nicht ultra-rechte Regierung zustande, mit der man vielleicht auch mal über möglichen Frieden reden kann. Anscheinend haben es die Leute satt und wollen nicht in Angst vor einem existenziell bedrohenden Krieg mit dem Iran leben. Sehr viel aggressiver als bisher kann Israel als Staat nicht auftreten.

Platz 5: BER-Flughafen

Die Flugroute über den Wannsee wurde von einem Gericht verboten. Klärt man so etwas nicht vorher ab? Hoffentlich gibt es genug Alternativen. Ich sehe das Ding ja schon als Ruine. Wäre es nicht sinnvoller 10 kleine Flughäfen zu bauen anstatt immer einen riesen Superklotz?

Tägliches

Über 15.000 Kinder sind gestern verhungert.

Hunger ist und bleibt das größte Problem in unserer Welt.